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  • Bella Leisten

Arbeit und Gefühle gehören zusammen

2007 hatte ich einen Burn-out. Nicht weil ich zu viel gearbeitet habe, sondern weil mich damals das soziale Miteinander ausgelaugt hat. Das wusste ich zu jenem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Jegliches persönliche Unwohlsein war meine Privatangelegenheit, die ich mit mir selbst ausgemacht oder in mich hineingefressen habe. Beim Job haben Gefühle schließlich nichts verloren. So dachte ich.


Mein Burn-out hat letztlich zu einer beruflichen Neuorientierung geführt und ich habe mich als Systemische Therapeutin selbstständig gemacht. In vielen psychotherapeutischen Sitzungen und Coachings mit meinen KlientInnen begegnet mir immer wieder das Thema Arbeit. Dabei geht es häufig aber nicht um Probleme und Schwierigkeiten mit beruflichen Anforderungen, sondern um zwischenmenschliche Themen: Konflikte mit den KollegInnen, den Vorgesetzten und KundInnen. Ich kann das gleiche Phänomen wie bei mir beobachten: meine KlientInnen halten diese "Probleme" für ihre persönliche Schwäche und nicht für ein strukturelles Problem.


Aus diesem Grund zahlen sie ihre Sitzungen selbst, obwohl es um ihre Arbeit geht. Auf meine Frage, warum sie ihre Schwierigkeiten nicht mit ihren Vorgesetzten besprechen und eventuell ein paar Coaching-Stunden bezahlt bekommen, wird oft sehr ähnlich reagiert:

  • Ich möchte nicht negativ auffallen

  • Ich möchte nicht als unbequem oder schwierig gelten

  • So etwas gibt es in meiner Firma nicht

  • In meiner Firma werden zwischenmenschliche Probleme unter den Teppich gekehrt

  • Dann wird nur noch alles schlimmer usw., usf.

All das hätte ich 2007 auch geantwortet. Doch heute weiß ich es besser.

Arbeit und Gefühle lassen sich nicht trennen: wir können unsere Gefühle nicht zu Hause lassen, wo sie artig auf uns warten, bis wir wieder da sind. Sie sind unsere ständigen Begleiter. Und solange wir und unsere ArbeitskollegInnen gut gestimmt sind, finden wir das auch in Ordnung. Oder haben wir uns schon einmal über einen gut gelaunten Mitarbeiter oder eine gut gelaunte Kollegin beschwert?


Ist die Stimmung nicht gut, wird es schwierig. Für uns und die anderen. Plötzlich sind Gefühle nicht mehr erwünscht, werden sie Privatsache und sollen bitte zuhause bleiben.

Sachlichkeit ist wichtig – aber nicht alles

Wir alle sind stets bemüht, so neutral und sachlich wie möglich zu sein, wenn wir arbeiten. Aber wir sind eben kein Neutrum oder eine Sache. Wir sind lebendige, fühlende Wesen, die sich ständig aufeinander beziehen. Für uns als soziale Wesen ist es wichtig, gute Beziehungen zu haben. Nicht nur im Privaten, sondern auch bei der Arbeit. Wenn Beziehungen nicht gut laufen, beeinträchtigt das unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit.

Ein schlechtes Betriebsklima und mangelhafte Führung sind nach wie vor die Hauptgründe für innere Kündigungen.

(Gallup Engagement Index 2019)

Erstaunlicherweise wissen wir alle aber sehr wenig darüber, wie Beziehungen funktionieren, wie sie uns beeinflussen und wie wir sie beeinflussen können. Solange alles gut läuft, machen wir uns darüber keine Gedanken. Erst wenn Probleme auftauchen, wird sichtbar, dass wir überfordert sind, uns keinen Rat wissen, keine Lösung finden. Dies möchten wir ändern.


Wir alle können Beziehungswissen lernen

Aus unserer jahrelangen Arbeit mit Menschen und unseren eigenen persönlichen Erfahrungen haben wir ein Modell entwickelt, wie sich vier wesentliche Aspekte einer Beziehung gestalten lassen. Dieses Beziehungswissen möchten wir gerne teilen. Denn wir sind davon überzeugt, dass mehr Wissen mehr Gestaltungsmöglichkeiten schafft. Wenn wir mit Menschen arbeiten, sollten wir uns mit Prinzipien der Beziehungsgestaltung auskennen. Wir bringen unser Auto doch auch nicht zu jemanden, der keine Ahnung von Mechatronik hat.

In unserem Blog veröffentlichen wir sowohl Artikel zu verschiedensten Themen rund um das Thema Beziehungen und Arbeit als auch eine Fortsetzungsgeschichte, in der wir Valerie und Marcel begleiten: ein Paar, das gemeinsam ein Sterne-Restaurant – das KBOUF – betreibt.

Sowohl in unseren Artikeln, unserem Buch als auch in unserer Fortsetzungsgeschichte kombinieren wir dabei gern unser Know-how mit Geschichten. Mit echt Erlebtem und mit erlebtem Ausgeschmückten. Denn für uns gehört zur Theorie auch immer die Praxis.

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Bella & Chrisch Leisten

BOM - Beziehungsorientiertes Management GbR

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