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Warum wir nur zu zweit arbeiten.

Wenn wir Unternehmen auf der Beziehungsebene begleiten, tun wir das grundsätzlich gemeinsam. Die Gründe dafür verraten wir Kristin Hermann, Freie Journalistin, im Interview.


Weshalb kann man euch nur zu zweit buchen?


Bella: Weil wir im Laufe der Jahre festgestellt haben, wie viel gründlicher und effektiver wir dadurch arbeiten. Jedes Gespräch mit Führungskräften oder MitarbeiterInnen führen wir deshalb zusammen. Während einer von uns direkt in der Interaktion mit unseren KundInnen ist, beobachtet der andere von außen und nimmt so nochmal ganz andere Emotionen wahr, die gerade für die Beziehungsarbeit unheimlich wichtig sind. An der passenden Stelle klinkt sich derjenige ein und gibt Impulse, die bis dato gefehlt haben.


Chrisch: Wir harmonieren so gut, weil wir auf der einen Seite Situationen ähnlich auffassen, aber sie doch immer wieder aus verschiedenen Perspektiven interpretieren. Unser Austausch über unsere Arbeit macht sie erst richtig gut.


Habt ihr eine bestimmte Aufgabenteilung, wenn ihr in die Firmen geht?


Bella: Chrisch übernimmt häufig den analytischen Part, während ich die emotionale Seite abdecke. Das wechselt aber durchaus.


Seid ihr nicht viel teurer, schließlich müssen eure AuftraggeberInnen gleich zwei Personen engagieren?


Chrisch: Das sind anfangs die Befürchtungen. Tatsächlich sind wir mit unserem Konzept aber oftmals effizienter und günstiger, weil wir schneller auf den Punkt kommen. Unser Erstgespräch ist grundsätzlich kostenlos – also einfach mal ausprobieren.


Wie kam es dazu, dass ihr zusammenarbeitet?


Bella: Ich hatte schon vor Jahren den Wunsch, mich beruflich mit Chrisch zusammenzutun, ohne eine konkrete Vorstellung davon zu haben, wie das überhaupt aussehen könnte. Mich hat schon immer seine Intelligenz fasziniert und wie er Dinge erklärt. Nachdem ich meine therapeutische Ausbildung angefangen habe, ist schnell deutlich geworden, dass das auch zu Chrisch passen könnte und wir dadurch eine Möglichkeit hätten, gemeinsam zu wirken.


Chrisch: Vor einigen Jahren hatte ich eine fünfköpfige Familie in der Therapie. So vielen Personen, ihren Gefühlen und Bedürfnissen gerecht zu werden, ist allein kaum möglich, weshalb ich Bella dazu gebeten habe. Dabei haben wir gemerkt, wie viel Freude uns die gemeinsame Beratung bereitet. Da war nie ein Konkurrenzgedanke, wer jetzt mehr redet oder das Klügere von sich gibt. Als dann die ersten Unternehmen auf uns zugekommen sind und wir festgestellt haben, wie gut wir auch in diesem Bereich harmonieren, gründeten wir 2015 ganz offiziell unsere Firma BOM.


Wie würdet ihr euch selbst beschreiben? Wen bekommt man mit euch?


Chrisch: Ungewöhnlich und einfühlsam sind Wörter, die wir häufiger zurückgemeldet bekommen. Die Kombination aus beiden Geschlechtern finden viele spannend. Wir sind Menschen, die sich bei der Arbeit nicht verstellen. Wir duzen in der Regel alle und verkleiden uns nicht. Beziehungen und Dynamiken faszinieren uns beruflich und privat. Wir setzen uns Zuhause genauso damit auseinander und ruhen uns nicht auf unserem Wissen aus.

Unabhängig davon, dass ihr zu zweit intensiver mit euren KlientInnen arbeiten könnt. Was reizt euch noch an der Zusammenarbeit mit dem jeweils anderen?


Chrisch: Ich schaue Bella unheimlich gerne zu und bin mit ihren Ansichten und Entscheidungen eigentlich immer intuitiv einverstanden. Außerdem lerne ich selbst viel dabei. Wir wollen uns beide ständig weiterentwickeln und nie stehen bleiben. Unsere Tätigkeit ist sehr komplex und intim und die Auswertungen darüber zusammen zu machen, treibt uns beide an. Zu hören, wie der andere die Situation bewertet.


Bella: Das stimmt. Unsere eigentliche Arbeit beginnt nach den ersten Gesprächen. Wir wollen verstehen und herausfinden, was da los ist, worin Konflikte begründet liegen. Wie ein Puzzle, das wir lösen müssen. Erfahrungsgemäß ist es eigentlich nie das tatsächliche Problem, womit die Menschen anfangs zu uns kommen. Sie benennen etwas, was vermeintlich offensichtlich oder leicht zu beschreiben ist. Dahinter steckt meistens mehr. Wir helfen den Beteiligten Lösungen und Zugänge zu finden.


Gibt es feste Rituale bei eurer Arbeit?


Bella: Das Spazierengehen ist zu einem wichtigen Element für uns geworden. Dabei können wir unsere Gedanken klar ordnen

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Chrisch: Wir bilden dann die ersten Hypothesen und entwickeln einen Plan, wie wir weitermachen. Dabei ist es egal, ob es um Streit in einem Team geht, eine Unternehmerfamilie, die ihre Nachfolge nicht geregelt bekommt oder einen Chef, der am Scheideweg steht.


Aber Hand aufs Herz. Ist es nicht manchmal anstrengend, die ganze Zeit mit seinem Partner zu arbeiten?


Chrisch: Wir treten in den Unternehmen nicht als Liebespaar auf, sondern sind dort Kollegen. Unabhängig davon haben wir in all den Jahren, in denen wir zusammen sind, so viel aufgearbeitet und durchgemacht, dass wir mittlerweile den anderen so sein lassen können, wie er ist – ohne dabei gleichgültig zu sein. Streit gibt es deshalb nur noch sehr selten.


Bella: Das hat viel Zeit und Arbeit gebraucht. Es gab Jahre, in denen wir uns ständig gefetzt haben. Erst als wir uns intensiv mit unserer Bindung beschäftigt haben, und mit allem, was so zwischenmenschlich dazugehört, hat sich etwas verändert. Wir verbringen nun gerne viel Zeit miteinander, weil wir uns wohlfühlen.


Was habt ihr voneinander gelernt?


Bella: Ich bin definitiv lockerer geworden und kann mehr ich sein. Das hat viel mit den Rückmeldungen zu tun, die ich von Chrisch bekomme. Er gibt mir Wertschätzung, Würdigung und ermuntert mich, direkter und unbequemer zu sein.


Chrisch: Bei mir ist es genau das Gegenteil. Ich bin durch Bella sensibler geworden und nehme Beziehungen mehr in den Blick. Früher habe ich schnell alles an mich gerissen. Heute bin ich deutlich bescheidener und einfühlsamer. Für diese Entwicklungen sind wir beide sehr dankbar.

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KONTAKT

Bella & Chrisch Leisten

BOM - Beziehungsorientiertes Management GbR

Lutherstr. 57 - 30171 Hannover

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